Laptop, Hund, New Work

Schöne neue Arbeitswelt

Die digitale Zukunft bietet Freiräume, doch sie müssen erkämpft werden! New Work bringt neue Menschen hervor: Die Arbeitnehmer:innen der Zukunft werden sich nicht mehr ihrem Arbeitsplatz anpassen, sondern umgekehrt.

Es gibt einiges an Herausforderungen, die angegangen werden müssen, will man als Unternehmen relevant und vor allem wettbewerbsfähig bleiben. Jedes erfolgreiche Unternehmen sollte die Kapazitäten aufbringen, sich derart fundamental zu transformieren. Als zukunftsorientiertes IT-Unternehmen sind wir schon seit langem an alternativen Arbeitskonzepten interessiert: Scrum, Kanban und ein sukzessives Loslassen starrer Hierarchien, bei gleichzeitiger Betonung agiler Prozesse; das sind nur ein paar der Elemente, die den Wandel in produktive Bahnen zu lenken vermögen.

Effizienz zu steigern ist kein mechanisches Unterfangen, sondern es bedarf eines regelrechten Finetunings. Wir haben bisher erst sanfte Vorboten der Automatisierung erlebt. Der wahre Orkan lauert draußen auf See und in naher Zukunft ist mit einem Mangel an klassischen Arbeitsplätzen zu rechnen, der mit nichts zu vergleichen sein wird. Das alles mag düsterer klingen als es gemeint ist. Denn der Wandel von einer klassischen Arbeitsplatzwelt hin zu einer Neuen Arbeitswelt hält einiges an positivem Transformations-Potenzial bereit. „Arbeitsplätze“, die seit knapp 200 Jahren eine Sinnstiftung von außen versprachen, gehören in Zukunft der Vergangenheit an! Doch das bedeutet keineswegs, dass es keine Arbeit mehr gäbe, noch, dass sich ein Gros der Bevölkerung in der Prekarität verlöre. Nein, Arbeit ist endlos! Die Neue Arbeit (New Work) wird zunehmend durch ein technologisch grundiertes, wesentlich erhöhtes Maß an Teilhabe bestimmt sein, das zusehends an die Stelle einer bloß funktionalen Teilnahme tritt.

Den Mitarbeitenden eines Unternehmens mehr Kompetenzen zuzusprechen, rigide Hierarchien sukzessive abzubauen und sie durch flexible, gleichsam belastungsfähige Prozesse zu ersetzen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wer das, was er oder sie tut als wahrhaft sinnig und gut empfindet, liefert auch bessere Ergebnisse, arbeitet effizienter und ist grundsätzlich resilienter gegenüber Stresssituationen. Solche Tendenzen zu fördern, bedeutet, sich nicht auf einem wie auch immer gearteten Status Quo auszuruhen, sondern den Blick kontinuierlich auf die Zukunft zu richten, fundamental neugierig zu bleiben.

Eine sehr grundlegende Idee, die der Neuen Arbeit zugrunde liegt, ist jene, dass die Arbeit die Menschen in der Vergangenheit verunstaltet habe und genau deshalb der Versuch unternommen werden müsse, ein neues System der Arbeit zu etablieren, welches die Arbeitenden stärke und ihre individuelle Entwicklung maßgeblich fördere. Nur, wenn wir es schaffen, dass jede:r genau das tut, was sie/er wirklich, wirklich will, wird die Neue Arbeitswelt zu einem Erfolgsmodell, das Effizienz aus einer grundlegenden Tendenz zur emphatischen Teilhabe schöpft. Das Digitale Nomadentum und die Globale Dorfgemeinschaft schließen sich hierbei nicht aus, sondern sie bilden komplementäre Puzzleteile eines größeren Ganzen, das offen verhandelt werden muss. Das individuelle Glück ist, mehr denn je, der Nährboden für gesamtgesellschaftlichen (und ebenso für nachhaltigen unternehmerischen) Erfolg.

Das Konzept der Work-Life-Balance hat als ein Relikt des alten Arbeitsplatzregimes ausgedient; der Neuen Arbeit ist daran gelegen, die grundlegende Opposition zwischen Leben und Arbeit letztlich zum Wohle aller aufzuheben. Was heute noch nach überbordendem Workaholism klingen mag, verwandelt sich mit der nötigen Passion schon sehr bald in einen gehaltvollen Modus Operandi, der auch jenen Tätigkeiten, welchen derzeit keine, oder nur wenig Anerkennung vorbehalten ist (Care-Work, Ehrenamt, etc.), ein höheres Maß an Wertschätzung zukommen lässt.

Wer mehr über die Fundamente der New Work erfahren will, dem sei Frithjof Harold Bergmanns Buch New Work, New Culture wärmstens ans Herz gelegt; von Zeit zu Zeit lohnt sich die kontemplative Lektüre wegweisender Literatur ungemein. Gerade wenn die eigene Tätigkeit als sinnstiftend empfunden werden soll, ist ein über weite Strecken produktives Zaudern dem geistlosen New Economy Hustle vorzuziehen.

Photo by Good Faces on Unsplash
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